Wer früher sein „Häusle“ gebaut hat, der hatte vorher meist auch einen Bausparvertrag abgeschlossen. Inzwischen ist diese Art der Eigenkapitalansparung für die Baufinanzierung ein wenig aus der Mode gekommen. Dennoch werden die Bausparkassen weiter und es kommt zu etwa 600.000 Vertragsneuabschlüssen pro Jahr durch junge Erwachsene. Aber bringt ein Bausparvertrag wirklich noch etwas oder ist das nicht alles vielmehr nur noch ein Relikt aus den vergangenen goldenen Tagen der Bausparkassen? Ja und Nein. Wer seinen Bausparvertrag zum reinen Ansparen verwenden möchte, der ist nicht gut mit dem Abschluss eines solchen Vertrages beraten. Die Zinsen und die Rendite liegen meist unter denen eines gewöhnlichen Tagesgeldkontos und nehmen, wenn überhaupt, gerade mal die durchschnittliche Inflation mit.
Dies macht natürlich wenig Sinn, wenn es weitaus bessere Angebote gibt. Wer ganz steuerfrei sparen möchte, der kann sein Geld bei einer Kapitallebensversicherung anlegen und den Vertrag zwölf Jahre lang laufen lassen. Wenn die Auszahlung dann vor der Vollendung des 60.Lebensjahres erfolgt, müssen keine Zinsen auf die Kapitalerträge aus dieser Art der Lebensversicherung an das Finanzamt abgeführt werden. Bessere Alternativen als eine kapitalbildende Lebensversicherung für den Aufbau von Eigenkapital für eine spätere Baufinanzierung sind jedoch das Tagesgeld und auch viele, ganz unterschiedliche, Angebote für die Anlage von Festgeld.
Zwar müssen hierfür dann – wenn man keinen Freistellungsauftrag hat – Steuern bezahlt werden. Diese steuerlichen Abgaben rechnen sich aber meist im Vergleich mit den Zinsen, die man bei einem herkömmlichen Bausparvertrag erhält. Deshalb macht ein Bausparvertrag für die Baufinanzierung nur dann Sinn, wenn man auch ein Darlehen über die Bausparkasse aufnehmen möchte. Dort sind die Baufinanzierungskonditionen meist recht gut, sollten aber dennoch mit den Konditionen anderer Baukredite vergleichen werden. Hierbei sollte einem jedoch auch bewusst sein, dass man bei dem Abschluss des Bausparvertrages für Kreditkonditionen unterschreibt, die in auf dem freien Kreditmarkt nach dem Ablauf der sieben Jahre, die ein Bausparvertrag läuft, ganz anders aussehen können.
Durch seine Unterschrift unter den Vertrag ist man dann aber an diese zu der Zeit des Vertragsabschlusses vereinbarten Konditionen für ein Baufinanzierungsdarlehen gebunden. Wenn das allgemeine Zinsniveau für Kredite jedoch gerade dann, wenn der Vertrag ausläuft und man bauen möchte, niedrig ist, bei Abschluss des Vertrags jedoch viel höher war, hat man natürlich dann unglücklicherweise den Schwarzen Peter gezogen, dessen sollte man sich vor Abschluss eines Bausparvertrages bewusst sein.